Schulleben


Das Schulleben der Schule am Wald ist so gestaltet, dass auch über den Unterricht hinaus die Schule in den Lebens- und Erfahrungsraum der Kinder integriert ist. Darunter verstehen wir, dass die Schule als Lebens- und Erfahrungsraum

  • Geborgenheit und Sicherheit vermittelt,
  • Identifikationsmöglichkeiten bietet,
  • Erfahrungsräume öffnet unter dem Aspekt „Schule ist mehr als Schulbank drücken",

vertrauensvolle Bindungen zu Mitschülern, Lehrerinnen und Betreuerinnen entstehen lässt, die durch gegenseitige persönliche Zuwendung und offenen mitmenschlichen Umgang zwischen allen, die am Leben in der Schule am Wald teilnehmen, geprägt sind,

ein Schulleben gestaltet, das vielfältige Lernsituationen, die Kopf, Herz und Hand der Kinder gleichermaßen ansprechen und in denen Arbeit und Spiel, Leistung und Freude, Unterricht und Erziehen, Leben und Schule nicht als unvereinbar erfahren werden.

Dieses hat für die Kinder, die an Betreuung und OGS teilnehmen, eine ganz besondere Bedeutung bekommen.

 

Brauchtum

 

Wir beziehen das Brauchtum aller Dörfer, in denen unsere Kinder zu Hause sind (Adendorf, das Töpferdorf – Fritzdorf und Arzdorf, die Treppenbauer- und Obstanbaudörfer) in das Schulleben ein.

So beteiligen wir uns an den Martinszügen aller Dörfer. Besonders beliebt ist das alljährliche Basteln der Laternen, die nach einem gemeinsam für die Schule gewählten Thema (z.B.: Märchen, Tiere, Figuren aus Kinderbüchern...) in den Klassen verschieden gestaltet werden. Bei diesem Laternenbasteltag unterstützen uns die Eltern gerne. Aus alter Tradition heraus wird weiterhin der Martinszug in Adendorf von der Schule in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen organisiert. In der Arena der Schule versammeln sich alle zum Abschluss, St. Martin spricht, die Kinder spielen die Martinsgeschichte und nach gemeinsamem Singen werden die Wecken und die Preise verteilt. Die „Großen" der 4. Klassen freuen sich in jedem Jahr darauf, die Lose im Dorf verkaufen zu dürfen ( gelebter Mathematikunterricht ).

Gemeinsam mit den Kindern feiern wir den Karneval am Weiberfastnachtstag, indem sich Lehrerinnen und Kinder kostümiert zuerst in den Klassen, später gemeinsam in der Turnhalle treffen, um dort zu singen, zu tanzen und zu spielen. Die Schüler freuen sich alljährlich auf die Kostümierung des Lehrerkollegiums, das sich immer etwas Besonderes ausdenkt und als Gruppe auftritt. Wir empfangen in der Turnhalle auch die „Tollitäten" und Tanzgruppen der Karnevalsvereine aus den Dörfern.

In der Weihnachts- und Adventszeit bereitet jede Klasse ein Musik- und Spielprogramm vor, das in den Weihnachtsfeiern Eltern und Geschwistern vorgeführt wird.

Bei Weihnachts- und Karnevalsfeiern steht der Gedanke des gemeinsamen Feierns und Fröhlichseins im Vordergrund. Die Kinder lernen, diese Feste aktiv mitzugestalten.

Am 2. Adventswochenende nehmen alle Klassen unter dem Motto „Kinder helfen Kindern" am Weihnachtsmarkt in Fritzdorf teil, um dort in einem Verkaufsstand das in gemeinsamen Aktionen mit Eltern und Lehrern Gebastelte und Gebackene zu verkaufen. Eine besonders lebenspraktische Erfahrung machen die Kinder dann, wenn sie mit ihren Lehrerinnen Waren anpreisen und mit Geld umgehen müssen. Ein Teil des Geldes wird für soziale Zwecke verwandt, wobei wir Wert darauf legen, auch persönliche Kontakte zu den Gruppen, denen wir helfen, herzustellen (z.B. die Hupendo-School, Nairobi).

 

Schulpflegschaftskurse

 

Unserem Ziel, Schule nicht nur als „Schulbank-Drücken" zu erleben, dienen auch die von der Schulpflegschaft organisierten Kurse, die nachmittags in der Schule stattfinden und deren Angebote halbjährlich wechseln. Sie berücksichtigen die Erfahrungswelt der Kinder (Backen, Basteln, textiles Werken, Judo, Selbstverteidigung und aktuelle Trends) und die Prägung ihrer Heimatdörfer (Töpfern, Umgang mit Holz). Diese Kurse werden von vielen Kindern wahrgenommen und lassen die Schule auch am Nachmittag zur Lebens- und Erfahrungswelt werden. Die Kinder der OGS können dabei auch von diesem Kursangebot profitieren.

 

Schulfeste

 

Wir organisieren im Jahresablauf verschiedene Schulfeste.

Die Einschulungsfeier gestalten immer die Schüler der 3. Klasse und bereiten den Neuankömmlingen so einen fröhlichen Empfang. Ihre Entlassfeier planen die Schüler am Ende der Grundschulzeit weitgehend selbständig, bei der Organisation helfen Eltern und Lehrer. Ein besonderer Höhepunkt nach dem Abschlussfest mit den Eltern und allen Lehrern der Klasse ist manchmal die Übernachtung in Zelten oder der Turnhalle und das gemeinsame Frühstück. Mit unseren Sport- und Spielefesten, dazu gehören auch die Schulfeste, wollen wir sportliche Leistungen mit Spiel und Spaß verbinden. Die Durchführung von vielseitigen Mannschaftswettkämpfen steht der „Spaßolympiade“ voran, bei der Teamfähigkeit gefragt ist. Traditionell wird für diesen Tag ein Fitnessbuffet erstellt, das die rechte Kraft für die körperlichen Leistungen gibt. Sportliche Einzelleistungen werden bei der Abnahme der Schülersportabzeichen gefordert. In den letzten Jahren nahm unsere Schule immer einen Platz unter den ersten 10 Schulen des Rhein-Sieg-Kreises ein. Um den neuen Eltern und Schülern das Kennen lernen zu erleichtern, organisieren wir gegen Ende des laufenden oder zu Beginn des neuen Schuljahres ein Kennenlernfest in Form einer Sternwanderung aus den Dörfern des Schulbezirks, die als Sponsorenlauf für besondere Aktionen organisiert wird. (z.B. Hilfe für den Mukoviszidoseverein oder in 2005 als medizinische Hilfe für einen afghanischen Mitschüler )

Die Partnerschaft mit Schulen der französischen Partnergemeinde Wachtbergs wird durch jährliche Begegnungen vertieft, die wechselweise in Frankreich, Italien oder in Wachtberg stattfinden. Bei den trinationalen Begegnungsfesten werden Barrieren abgebaut und auf spielerische Weise Kontakte geknüpft, wobei auch die im begegnungssprachlichen Unterricht erworbenen Sätzchen ihre Anwendung finden.

 

Wanderungen und Fahrten

 

Außerschulische Lernorte, die den Kindern einen besonderen Zugang zu den Unterrichtsinhalten bieten, besuchen wir auf Wanderungen und Fahrten. Wir können hierfür auch den Schulbus nutzen, den uns die Gemeinde Wachtberg innerhalb Wachtbergs kostenlos, darüber hinaus gegen eine entsprechende Kostenbeteiligung zur Verfügung stellt. Dazu gehören unterrichtsbezogene Vorhaben wie z.B. Museumsbesuche,  Besuche beim General-Anzeiger, Besuche von Töpfereien, Schreinereien, Obstbaubetrieben, Bauernhöfen und Ausflüge in die Natur. Freizeitcharakter haben im Gegensatz dazu Klassenausflüge, Theaterfahrten und jahreszeitliche Wanderungen. Ein besonderer Höhepunkt ist die mehrtägige Klassenfahrt der 4. Klasse – zur Jugendherberge Burg Blankenheim oder nach Nettersheim. Hier lernen die Kinder in der Mitschülergemeinschaft ohne die elterliche Unterstützung zurechtzukommen, kleine Projekte spaß- und lustbetont zu bearbeiten, aufeinander Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig zu helfen und gemeinsam diese Zeit zu gestalten.

Ein besonderes Erlebnis ist für einige Schüler die große Fahrt zu den Partnergemeinden in Frankreich und Italien, die seit 1988 stattfindet. Schüler und Eltern treten gemeinsam mit einigen Lehrerinnen diese lange Reise an und sind dort einige Tage zu Gast in französischen bzw. italienischen Familien. Die Schüler besuchen an einem Schultag die französischen oder italienischen Schulen. An diesen Fahrten nehmen auch Eltern und Schüler aus Niederbachem und Berkum teil, so dass dieses mittlerweile ein schulübergreifendes Projekt ist. Viele Kontakte sind aus diesen Begegnungen auch über die Grundschulzeit hinaus entstanden. Junge Familien haben sich kennen gelernt und Erfahrungen mit der andersartigen Lebensweise gemacht. Beim Besuch der französischen und italienischen Schüler mit ihren Eltern und Lehrern in Wachtberg werden Ausflüge und Wanderungen in unsere Umgebung organisiert. Die Abschiedsfeste zeigen die Herzlichkeit, mit der diese Familien aufeinander zugehen.

 

OGS

 

Im Schuljahr 1999/2000 boten wir die „Betreute Grundschule" an, zunächst bis 13.30 Uhr. Die Entwicklung hin zur Offenen Ganztagsschule erfolgte schnell, den Betreuungsbedürfnissen der Erziehungsberechtigten entsprechend. Bald schon wurde die Betreuung bis 15 Uhr von einigen Eltern gefragt und durchgeführt, auch die Betreuung in den Ferien fand guten Zuspruch. So war die Entwicklung zur Offenen Ganztagsschule hin eindeutig gewünscht. Nach Maßgaben der Landesregierung entwickelten wir gemeinsam mit der Schule, dem Betreuungspersonal, dem Jugendamt, dem Kooperationspartner und dem Schulträger ein Konzept , das die Grundlage der Arbeit in der Offenen Ganztagsschule bildet und an gemeinsamen „runden Tischen“ aller Beteiligter und an Elternabenden evaluiert wird. Seit Beginn des Schuljahres 2004/2005 ist die Offene Ganztagsschule genehmigt und eingerichtet. Im Schuljahr 2015/16 werden 51 Kinder in zwei Gruppen von einem kompetenten Team betreut. Mittlerweile werden die Kinder montags bis donnerstags bis 16:30 Uhr und freitags bis 16 Uhr betreut. Weitere Informationen zur OGS sind auf deren eigener Website zu finden.

 

Elternbeteiligung

 

Grundschule ist keine isolierte Gemeinschaft, deshalb ist es für die Kinder in besonderem Maße wichtig, zu erfahren, dass wir gemeinsam mit den Eltern Schule gestalten.

So ist die Elternbeteiligung bei den Nachmittagskursen, bei Einzelprojekten (z.B. Kunstrasenplatz), bei Spiel- und Sportfesten, bei Schulfesten, beim Weihnachtsmarkt, bei der Verkehrserziehung, bei Ausflügen und Unterrichtsgängen, auch außerhalb der Beteiligung in den Mitwirkungsgremien ein wichtiger Bestandteil unseres Schullebens. Froh sind wir auch über Mithilfe beim Schwimmunterricht oder über den Einsatz von „Blitzrechenmüttern“ oder „Lesemüttern“. Auch bei Projektwochen, die etwa alle 1- 2 Jahre zu einem besonderen Thema (z.B.: Wir wecken den Frühling – Europa - Umweltwoche – Pausenspiele – Theaterprojekte – Mozarts Zauberflöte - Römerwoche etc.) gestaltet werden, werden wir von Eltern unterstützt. Bei der Vorbereitung und Durchführung der Fahrten nach Frankreich und Italien sind die Eltern gute Ideengeber !

 

Kooperation mit ...

 

Der Erweiterung des Lern- und Lebensraumes im heimatlichen Bereich dient auch unsere Kooperation mit außerschulischen Organisationen und Vereinen. Dies hat im Rahmen der Offenen Ganztagsschule noch mehr Bedeutung bekommen als bisher. Wir haben z.B. mit den Sportvereinen oder dem Schachklub schon oft als Partner für die Nachmittagskurse kooperiert. Auch im Bereich der Umwelterziehung arbeiten wir mit der Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg oder der Umweltbeauftragten der Gemeinde zusammen.

Die Einschulung bereiten wir vor durch den Besuch der Kindergartengruppen in den ersten Schuljahren. Es werden gemeinsame Aktionen geplant wie Theaterbesuche oder Einladungen zu den Festen, besonders zur Sternwanderung. Die ausführliche Sprachstandserhebung und Schuleingangsdiagnostik wird mit den Erzieherinnen gemeinsam durchgeführt.

Wir kooperieren mit Nachbargrundschulen, indem wir dann, wenn es sich anbietet, gemeinsame Lehrerfortbildungen durchführen, gegenseitig besondere Schülervorführungen besuchen und das schulübergreifende Projekt: deutsch-französische-italienische Lehrer-Schüler-Eltern-Begegnung durchführen.

In Vorbereitung auf den Übergang zu den weiterführenden Schulen besuchen die Viertklässler gerne den „Campustag“ am Meckenheimer Schulzentrum, bei dem die Kinder Einblick in die verschiedenen Schulformen erhalten. Um den Bildungsweg unserer Schüler über die Grundschulzeit hinaus zu verfolgen, nehmen wir an den Erprobungsstufenkonferenzen der weiterführenden Schulen teil.

Die Zusammenarbeit mit Sonderpädagogen hilft uns sehr in der Beurteilung von Schülern mit Lern- oder Verhaltensauffälligkeiten.

Bei einzelnen Projekten des Sachunterrichtes arbeiten wir auf unterrichtlicher Basis gut mit der Gemeinde Wachtberg zusammen (z.B.: Führung durch die Sehenswürdigkeiten der Gemeinde, Besuch des Rathauses und Abhalten einer Kinderratssitzung). Die ortsansässigen Betriebe sind gerne für eine Zusammenarbeit zu gewinnen, sei es für Besuche der Schüler oder für die Unterstützung der Schule in finanzieller Hinsicht.

Der Förderverein übernimmt die Verwaltung der aus Schulfesten, Weihnachtsmarkt oder Martinszug gewonnenen Gelder. Es gibt keine festen Jahresbeiträge. Stattdessen wird bei anstehenden größeren Projekten ein Spendenaufruf an Eltern und Betriebe gerichtet. Der „Förderauftrag“ ist in seiner Satzung definiert und beinhaltet sowohl die Unterstützung einzelner Schüler als auch die Unterstützung der Schule in der Ausstattung mit Lehr- und Lernmitteln oder Spielgeräten im Außenbereich.

Als Gemeinschaftsgrundschule arbeiten wir im Rahmen des Religionsunterrichtes, aber auch bei der Gestaltung von Gottesdiensten gut mit den Kirchengemeinden zusammen. Ökumenische Gottesdienste zur Einschulung, zu Weihnachten und zum Schuljahresende gehören zur Tradition. In einigen Kontaktstunden während des Religionsunterrichtes erleben die Schüler auch Pastor, Kaplan, Diakon oder Priesterseminaristen in der Schule.